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UNITECR 2023:Feuerfest-Weltkonferenz geht erfolgreich zu Ende

Höhr-Grenzhausen, 02. Oktober 2023

Die Feuerfest-Weltkonferenz UNITECR ist am vergangenen Freitag mit vielen Superlativen zu Ende gegangen. Vom 26.9. - 29.9.2023 haben 1.122 Teilnehmer die Unified International Technical Conference on Refractories (UNITECR) besucht.

Das waren so viele, wie noch nie auf einer vergleichbaren Konferenz. Die letzte UNITECR auf europäischen Boden war 2015 in Wien und hatte 842 Teilnehmende. Aus den 330 eingereichten Vortragsthemen wurden von einem wissenschaftlichen Komitee 219 Speaker eingeladen. Zudem durften 53 Forschende ihre Arbeiten auf Postern vorstellen. Die Organisation diese neunköpfigen Komitees hat Dr. Christian Dannert unter Führung von Prof. Dr. Christos G. Aneziris übernommen. „Die Qualität der Themen und Inhalte war selten so hoch, die Auswahl und Verteilung auf die drei Tage und die sechs Vortragssäle komplex,“ so Dr. Dannert.

Das Leitthema der Veranstaltung war „The Carbon Challenge“, eine aktuelle Positionierung der Feuerfest-Branche zu den Herausforderungen in der Produktherstellung und der Anwendung in den Kundensegmenten Stahl, Zement oder Glas.

Das aktuelle Thema lockte auch ein deutlich jüngeres Teilnehmerfeld als bisher an: „Über 53 Prozent der Teilnehmenden waren jünger als 45 Jahre, wir konnten auch 237 Teilnehmerinnen begrüßen,“ freute sich Thomas Kaczmarek, der die Gesamtorganisation verantwortete.

Bereits zum Begrüßungsabend waren über 800 Teilnehmende im Kap Europa und freuten sich auf die Netzwerkpflege und das auf das Kennenlernen von Feuerfest-Experten, Lieferanten für Rohstoffe oder Maschinenausrüstungen sowie die Führungskräfte aus Forschung und Entwicklung oder den qualifizierten Nachwuchs aus Universitäten und Instituten zu treffen.

Eine große Zahl an Vertretern aus den Kundenbranchen waren auch als Referenten oder Podiumsteilnehmer zu Gast und tauschten Wissen und Erfahrungen mit den Feuerfest-Spezialisten oder Hochschulvertretern aus aller Welt aus.

Mit dem Leitthema „The Carbon Challenge“ wurden drei Säulen für die UNITECR-Eröffnung definiert: „Während die politischen Rahmenbedingungen und die dramatisch hohen Energie-kosten die Herstellung in Deutschland zunehmend schwerer machen, bleibt die Kundenorientierung für uns im Vordergrund,“ erklärte Ulf Frohneberg bei der Eröffnungsrede. Frohneberg ist Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftsverbandes „Deutsche Feuerfest-Industrie e.V. und zugleich Gastgeber der Konferenz. Dieser großartige Zuspruch zur Teilnahme an dieser Konferenz zeige, dass die Feuerfest-Familie die vor ihr liegenden Aufgaben als Chance ver-stehen und gemeinsam lösen werden.

Die weltweite Industrie befinde sich in einem nie dagewesenen Wandel hin zu einer CO2-neutralen Zukunft. Dieser Herausforderung, die nur im Zusammenspiel der Industrien zu bewältigen sei, wolle man mit dem Leitthema der Tagung Rechnung tragen, erläuterte Ulf Frohneberg. Der bevorstehende Wandel werde insbesondere die Hochtemperaturprozesse entscheidend verändern. In diesen Prozessen spielen die feuerfesten Werkstoffe eine system-relevante Rolle. Somit seien auch die Neu- und Weiterentwicklung von feuerfesten Produkten ein wichtiger Baustein für die Transformation.

In das Thema der Konferenz führte Dr. Andus Buhr als Präsident der UNITECR 2023 ein. Ein Schwerpunkt werden die mit „Green Steel“ verbundenen Aufgabenstellungen für die Branche sein. Das Thema Wasserstoff steht bei dieser Transformation im Mittelpunkt und damit zahlreiche neue Arbeitsgebiete, wie notwendige Veränderungen in der Brenner- und Feuerungstechnik, Korrosion von metallischen Komponenten, aber auch neue Anforderungen an Feuerfest-Materialien.

Weitere Fragen kommen bei der mit diesem Prozess verbundenen Direktreduktion von Erzen auf. Werden weniger reine Erze verhüttet, enthalten die Eisenpelletts hohe Anteile von Verunreinigungen, die zu erhöhter Schlackenbildung führen. Ein anderes Thema wird auch die monolithische Zustellung von Stahlpfannen sein. Auch das Thema Recycling werde im Kontext von Circular Economy immer wichtiger. Mit dem Blick nach vorne falle die besondere Bedeutung für Modellierung und Digitalisierung auf. Industrielle Anwendungen werden im Fokus sein, um ihren Beitrag für schnellere, qualitativ hochwertigere und nachhaltigere Prozesse zu leisten.

Als Vertreterin aus der Kundenindustrie sprach Frau Dr. Marie Jaroni in ihrer Keynote über die Chancen und Herausforderungen für die Stahlindustrie auf dem Weg in eine dekarbonisierte Zukunft. Frau Dr. Jaroni ist bei thyssenkrupp Steel Europe Leiterin für Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit.

Den mit anhaltendem Applaus gewürdigten Abschlussbeitrag gab Ranga Yogeshwar, der mit mehr als 60 Auszeichnungen und einer Vielzahl an TV-Auftritten bekannte und führende unabhängige Physiker und Wissenschaftsjournalist.

 

Ansprechpartner für die Medien:

Kathrin Kussowski
European Centre for Refractories gGmbH
Rheinstraße 58 in 56203 Höhr-Grenzhausen
T: +49 2624 9433-132 | E: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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